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Kolma Putschi
zu den Steinen hin. Je näher wir diesen kamen, desto deutlicher wurden die Klänge. Es war eine hohe männliche Bariton- oder eine sehr tiefe weibliche Altstimme, welche in Indianersprache langsam und klagend ein Lied sang. Das war nicht eine Indianerweise, aber auch keine Melodie nach unseren Begriffen; das lag vielmehr in der Mitte zwischen beiden, als hätte ein Roter sich der Sangesweise der Bleichgesichter anbequemt und in die Sprache und den eigenartigen Ausdruck der Indianer übertragen. Ich hätte sofort wetten mögen, daß derjenige oder diejenige, welcher oder welche da vor uns sang, das Lied und auch die Melodie selbst erfunden habe. Es war ein Sang, der sich, dem, Sänger fast unbewußt, aus der Seele löst, um ebenso ins Geheimnisvolle zu verklingen, wie er aus dem Geheimnisvollen erklungen ist.
Wir schoben uns näher und näher, bis wir eine schmale Bresche im Steinwalle erreichten, durch welche wir sehen konnten.
»Uff, uff!« sagte Winnetou, vor Ueberraschung beinahe laut.
»Uff, uff!« sagte auch ich, mit ihm zu gleicher Zeit, denn ich war so erstaunt wie er selbst.
Die Steine bildeten eine von Bäumen beschattete und mit einigen Büschen besetzte Umwallung von vielleicht vierzig Meter Durchmesser, deren Boden von hohem fettem Grase bewachsen war. Am Rande dieser Umwallung, ganz nahe bei der Bresche, an welcher wir lagen, saß - Winnetou, der Häuptling der Apatschen!
Ja, gewiß, in etwas größerer Entfernung hätte man den Indianer da drin für Winnetou halten müssen. Sein Kopf war unbedeckt. Er hatte seine langen, dunkeln Haare in einen Schopf gebunden, von welchem sie ihm jetzt, da er saß, über den Rücken bis auf die Erde nieder-
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