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Kolma Putschi
fielen. Sein Jagdrock und seine Leggins waren aus Leder gefertigt; dazu trug er Mocassins. Um die Hüften hatte er sich eine bunte Decke geschlungen, in welcher außer dem Messer keine andere Waffe steckte. Neben ihm lag ein Doppelgewehr. Am Halse hingen an Schnüren und Riemen verschiedene notwendige Gegenstände, doch darunter keiner, den man für eine Medizin hätte halten können.
War das nicht alles fast genau so wie bei Winnetou? Freilich war der Indianer da drin älter wie der Apatsche, aber man sah noch heut, daß er einst gewiß schön gewesen war. Seine Gesichtszüge waren ernst und streng, hatten aber doch etwas an sich, was mir frauenhaft weich vorkam. Alles in allem war ich im ersten Augenblicke erstaunt über diese Aehnlichkeit mit Winnetou gewesen, und nun dieses Erstaunen vorüber war, bemächtigte sich meiner ein Gefühl, welches ich nicht beschreiben kann. Ich befand mich vor etwas Rätselhaftem, vor einem verschleierten Bilde, dessen Schleier nicht zu sehen war.
Der Rote sang noch immer halblaut fort. Wie stimmte aber das weiche, tief empfundene Weh des Liedes mit dem kühnen, energischen Schnitte seines Gesichtes? Wie war der harte, unerbittliche Zug, der seine vollen Lippen umlagerte, mit dem wunderbaren, milden Glanze seiner Augen in Harmonie zu bringen, der Augen, von denen ich behaupten möchte, daß sie gewiß und wahrhaftig schwarz gewesen seien, während es sonst niemals wirklich schwarze Augen giebt? Dieser Rote war nicht das, was er schien, und schien nicht das, was er war. Hatte ich ihn schon gesehen? Entweder nirgends oder hundertmal! Er war mir ein Geheimnis, aber inwiefern und warum, das vermochte ich nicht zu sagen.
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