|
|
|
| |
Kolma Putschi
Er gab sich Mühe, seine Aufregung zu beherrschen, reichte ihm die Hand und fuhr fort:
»Sei auch du mir willkommen! Es ist heut ein Tag, wie wenig Tage sind!«
Er kehrte zu Winnetou zurück, bei dem ich inzwischen Platz genommen hatte, und ließ sich, Apanatschka immer noch betrachtend, in einer Weise auf seinen frühern Sitz nieder, als ob er sich noch heut im »Traume seiner Jugend« befinde. Ein solches Verhalten ist bei einem Indianer eine Seltenheit, welche nicht unbeachtet bleiben kann. Sie fiel Winnetou nicht weniger auf als mir, doch ließen wir uns nichts davon merken, so hochinteressant die Scene für uns beide gewesen war.
Die Pferde wurden zur Tränke geführt und dann mit grünem Laubwerk zum Fressen wohl versorgt. Zwei Mann sammelten Dürrholz zum Feuer, welches angesteckt wurde, sobald es dunkelte, und um dieselbe Zeit ging Pitt Holbers fort, um als der erste am Thaleingang Posten zu stehen. Er sollte von Treskow abgelöst werden, worauf wir nach der gewöhnlichen Reihe folgen wollten.
Wir saßen alle in einem weiten Kreise, in dem das Feuer brannte. Wir waren mit Proviant versehen und teilten Kolma Puschi davon mit, da wir glaubten, daß er nichts zu essen habe.
»Meine Brüder sind freundlich zu mir,« sagte er; »aber ich könnte ihnen auch Fleisch geben, daß sie alle satt würden.«
»Wo hast du es?« fragte ich.
»Bei meinem Pferde.«
»Warum hast du es nicht mit hierher genommen?«
»Weil ich nicht hier bleiben, sondern weiterreiten wollte. Es steht an einem Orte, wo es sicherer ist als hier.«
|
|
|
| |
|